Ich zeichne Karikaturen für Sie!
 
Über mich:

ALFRED RASCHL

Natürlich waren meine Feuerwehrautos schon im Kindergarten besser, schöner gezeichnet, als die meiner triefnasigen Sandkistenkollegen.

Es ist aufgefallen.

Später - wo immer ein Zeichentalent auftaucht, stellen sich die Leute an. Der Pfarrer, der Sportverein, die lieben Freunde. Eh nur ein kleines Plakaterl für das Sommerfest, für die Sparvereinsauszahlung, für die Mitzi-Tant zum Geburtstag...

Ich war geschmeichelt. Man wollte etwas von mir, was die meisten anderen offensichtlich nicht so gut konnten.
"Ah der Alfred zeichnet uns schnell was".
Und ich habe schnell was gezeichnet. An dem kleinen Plakaterl einen ganzen Tag - schließlich sollte es auch gut aussehen - für ein anerkennendes Schulterklopfen, für ein Bier...
Aber ich hatte meine Freude darann und das war der eigentliche Lohn.

Anfang der 80er Jahre dann der erste professionelle Versuch bei der "Kleinen Zeitung", vom damaligen Chefredakteur Dr. Fritz Czoklich höchstpersönlich engagiert - aber ohne Vertrag.
Die Zeichnerkollegen haben sich aufgeregt und so war mein "Gastspiel" schon nach einem dreiviertel Jahr wieder beendet.
Dann der "Watzmann" eine satirische Zeitung aus Salzburg mit viel Ambition aber wenig Geld.
Das "M-Magazin", "pax" und wie sie alle geheißen haben, die längst wieder in der Versenkung verschwunden sind.
Mitarbeit bei "Lateinamerika anders", die Zeitschrift des Rincon Andino, dem Verein zur Unterstützung in Österreich lebender politisch verfolgter Exilsüdamerikaner.
Auch kurze Auftritte im "profil". Wenn der Text zu kurz geraten war, hat man sich an mich erinnert.

Nach zwei Jahren habe ich traurig meinen Kontostand betrachtet und daraufhin das Korn mit meiner Flinte versaut. Ich war damals - von der Datenverarbeitung kommend - doch etwas verwöhnt, was bekanntlich den Charakter verdirbt.

Dann 1998 der zweite Versuch in der Weststeiermark. Eine wunderschöne Gegend mit sehr vielen netten Menschen, aber auch mit einem kleinen Konzentrat an Unverständigen, die mir ganz deutlich ihre "kompetente Meinung" sagten. "Geh liaba wos orbeitn." Und "orbeitn" ist in "diesen Kreisen" unweigerlich mit einem blauen Overal, grünen etwas lehmbehafteten Gummistiefeln und einem Erdbearbeitungsgerät in Händen haltend verbunden. Da ich mit keinem der drei Attribute aufwarten konnte, war ich sofort durchschaut, als Taugenichts, der den ganzen Tag nur zeichnet.

Und so ein Taugenichts bin ich heute noch - mittlerweile mit Aufträgen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und Einladungen zu Ausstellungen und Wettbewerben.

Ich habe auch nicht die leiseste Absicht mich in den nächsten 40 Jahren zu bessern. Dann gehe ich allerdings schon auf die 100 zu und da weiß man ja bekanntlich nicht so genau was einem noch erwartet.

Alfred Raschl


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